Rebecca_Mathys
Brandmanager Latino Brands

Tradition mit geschmacklichem Twist

Tradition mit geschmacklichem Twist

Was steckt hinter dem Trend «Spiced Rum»?


Rum gehört zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Mit ausschlaggebend dafür: die geschmackliche Vielfalt. Denn ähnlich wie beim Gin, dessen zweiter Frühling uns vor wenigen Jahren im positivsten Sinne buchstäblich und aus gutem Grund überrollte, ist Rum nicht gleich Rum, ganz im Gegenteil. Dass die Spirituose mittlerweile praktisch auf der ganzen Welt hergestellt wird, stellt einerseits lokale Traditionen in den Vordergrund. Andererseits ist das Destillat aus Melasse oder Zuckerrohrsaft schon von vornherein prädestinierter Aroma-Träger. Rum-Fans werden uns sicher zustimmen. Es gibt aber auch Rums, die zusätzlich mit Gewürzen verfeinert werden, die so genannten Spiced Rums. Doch der Reihe nach.

Nachhaltigkeit im 17. Jahrhundert

Wenn heute über Lieferketten und den nachhaltigen, nicht verschwenderischen Umgang mit Ressourcen gesprochen wird, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Im 17. Jahrhundert blühte der Handel mit Zuckerrohr. Das Gewächs gedieh prächtig in der Karibik und versprach in Europa grosse Profite. Bei der Produktion von Zucker blieb die Melasse zurück, ein süsser Sirup, mit dem man zunächst nicht recht etwas anzufangen wusste – bis die zündende Idee kam, einen Schnaps daraus zu destillieren. Geboren war der Rum, der zunächst jedoch ungemein stark und geschmacklich etwas garstig daherkam. Schnell kümmerten sich die frisch gebackenen Destillateure um die Verfeinerung des neu geschaffenen Getränks. Lagerung, Komposition und Verdünnung waren entscheidende Faktoren, um der Spirituose zu ihrem Siegeszug zu verhelfen. Es ist keine Überraschung, dass seitdem an der Verfeinerung des Grundkonzepts bzw. -rezepts geforscht und gearbeitet wird. Hier ein bisschen, dort ein bisschen – Aromen und Gewürze stehen seit einigen Jahren für Weiterentwicklung des Rum – zum Beispiel als «Flavored Rum» bzw. «Spiced Rum».

Flavored vs. Spiced. Was denn nun?

Beide Begriffe liest man heutzutage oft auf den Etiketten von Rum-Erzeugnissen. Oft werden sie dabei in einen Topf geworfen, also als mehr oder weniger dasselbe verhandelt – als «Rum mit irgendwas». Dabei gibt es zwischen beiden Varianten entscheidende Unterschiede. «Flavored» steht für den Zusatz von Aromen – oft von Früchten. Das kennt man auch vom Wodka, by the way. Kokos ist beliebt, Banane, Ananas oder Mango. Vor allem weisser Rum wird hierfür gerne verwendet. Weiss oder braun identifiziert derweil noch keinen Qualitätsunterschied beim Rum. Es sind schlicht zwei unterschiedliche Herstellungsweisen – einmal Tank- und einmal Fass-Lagerung. Der aromatisierte – «flavored» – Rum bietet heute jedoch schon eine beeindruckende Geschmacksvielfalt. Zur Mischung verschiedener Aromen (Kirsch-Banane, anyone?) kommt es dabei aber eher nicht. Damit wären die Hersteller zu nahe an einem fertigen Cocktail. Der pure Geschmack zählt. Und wenn der nicht von der Frucht, sondern von Gewürzen kommt, sind wir beim «Spiced Rum».

Spiced_Rum_FruechteStatt mit Fruchtaromen zu experimentieren, kommen hier bei der Definition des Geschmacks tatsächlich Gewürze zum Einsatz. Ingwer, Muskatnuss, Nelken, zum Beispiel – aber auch Zimt ist beliebt. Die individuellen Rezepturen bleiben natürlich geheim. Diese Zutaten werden 2021 besonders dankend angenommen. In der Bar-Szene, die seit mehreren Jahren wieder vermehrt auf Experimentierfreudigkeit setzt, sind geschmackliche Akzente gern gesehen – mit charaktervollen Mischungen, die den Drive des Produkts ernst nehmen, anstatt ausschliesslich auf sommerliche – fruchtige – Akzente zu setzen, stehen so unerwartete Möglichkeiten bereit für neue Cocktail-Ideen. Ein Trend, der auf die Vielfalt des «Melasse-Brands» einzahlt – und ihn noch unwiderstehlicher und leckerer macht.

Spiced_Rum_GewuerzeDie Geschichte des flavored und spiced Rums ist lang – wer tatsächlich mit welchem Produkt für den Erfolg mitverantwortlich ist, umstritten. Die klassischen Marken haben natürlich dazu beigetragen und ganz bestimmte lokale Märkte erobert. Dabei entwickelten sich mehr oder weniger klare Genuss-Szenarien: Mit seinen fruchtigen Noten empfehlen sich die flavored-Varianten eher für den Sommer, die typische Würzigkeit der spiced-Sorten kommt im Winter gut an.Spiced_Rum_Black_Tears

Dass es auch anders – universeller – geht, zeigt aktuell zum Beispiel Black Tears. Das noch junge Unternehmen geht neue Wege. Kaffee, Kakao und – Achtung! – Pfeffer sorgen hier für den individuellen und unerreichten Flavor, sowie Ají dulce, die Paprikaschote der Karibik. Die Idee stammt aus Norwegen – ja! –, bei der Herstellung wird vor allem darauf geachtet, dass der traditionelle Rum-Geschmack erhalten bleibt – und doch auf ein neues Level gehoben wird. Die Spirituose selbst kommt aus Kuba – aus der Provinz Ciego de Avila. Der Inselstaat ist ein Hotspot der Rum-Kultur, und in dieser Region wird seit Jahrhunderten qualitativ hochwertige Melasse verarbeitet. Und: Black Tears ist der erste trockene «Spiced Rum» überhaupt. Denn auch wenn Süsse Teil des Erbes dieser Rum-Kreationen sind, wünschen sich viele Fans der Spirituose schon lange eine geschmackliche Alternative – weniger süss und mit weniger Zucker, dafür mit einem geschmacklichem Panorama, das einen, wenn nicht mehrere Schritte weitergeht.

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40% Vol. | 70 cl | Glasflasche
CHF 31.50
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Exotisch kubanisch